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Diakonie Saar zum bundesweiten Aktionstag der Migrationsdienste


Gemeinsame Aktionen fördern Sprache und gegenseitiges Verständnis. Gemeinsame Aktionen fördern Sprache und gegenseitiges Verständnis.
show Gemeinsame Aktionen fördern Sprache und gegenseitiges Verständnis.
Im Allerweltsgarten in Neunkirchen engagieren sich die Migrationsdienste für interkulturelles Zusammenleben. Fotos: Diakonie Saar/ Stein
show Im Allerweltsgarten in Neunkirchen engagieren sich die Migrationsdienste für interkulturelles Zusammenleben. Fotos: Diakonie Saar/ Stein
„Die Jugendmigrationsdienst ist für mich ein Platz, an dem jeder willkommen ist und liebevoll behandelt wird egal welcher Herkunft man ist oder welcher Religion man angehört“, sagt eine Teilnehmerin der Jugendmigrationsdienste (JMD).


Diakonie Saar zum bundesweiten Aktionstag der Migrationsdienste


„Die Jugendmigrationsdienst ist für mich ein Platz, an dem jeder willkommen ist und liebevoll behandelt wird egal welcher Herkunft man ist oder welcher Religion man angehört“, sagt eine Teilnehmerin der Jugendmigrationsdienste (JMD).

Ein anderer schreibt: „Zuerst helfen mir die Jugendmigrationsdienste im Leben weiter, ich will mich integrieren (…) und (…) Deutsch lernen und ich will die deutsche Kultur besser verstehen.“ „Ja, das Leben in Deutschland ist sicher und der Integrationskurs hilft sehr bei der Integration“, meldet ein Ratsuchender aus der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE). Gesammelt wurden diese Statements zum bundesweiten Aktionstag der JMD und MBE am 30. Juni von den Mitarbeitenden der Diakonie Saar an den Standorten Neunkirchen, Saarbrücken und Völklingen.

 

„Mit dem Aktionstag wollen wir von Trägerseite in Richtung Öffentlichkeit, aber auch in Richtung Politikerinnen und -politikern die Bedeutung der Migrationsdienste deutlich machen und verdeutlichen, wie wichtig diese Aufgabe für Integration und interkulturelles Zusammenleben ist“, sagt Stefan Gebhardt, Bereichsleiter „Migration und Bildung“ bei der Diakonie Saar. Flankiert wird der Aktionstag mit Informationen an politisch Handelnde; ergänzt mit einem Kalender, der in einem Fotoprojekt mit jugendlichen Zugewanderten entstanden ist.

 

Die Diakonie betreibt MBE und JMD an drei Standorten im Saarland. Die Ratsuchenden bei den JMD sind aktuell größtenteils syrischer Staatsangehörigkeit, aber sie kommen auch aus Afghanistan, Bulgarien, Eritrea, dem Irak sowie aus vielen anderen Ländern wie beispielsweise Italien, Polen oder dem Kosovo. Gut 570 Jugendliche wurden im Jahr 2020 von den Sozialarbeitenden der Diakonie begleitet, davon gut die Hälfte intensiv. In der MBE wurden 2020 knapp 1.000 Beratungsfälle gezählt. In beiden Diensten suchen knapp 40 Prozent Frauen Unterstützung, gut 60 Prozent waren männlich.

 

Die JMD, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, unterstützen bundesweit junge Menschen mit Migrationshintergrund zwischen 12 und 27 Jahren durch Beratung, Bildungs- und Freizeitangebote. Einen Schwerpunkt bildet die langfristige, individuelle Begleitung Jugendlicher auf ihrem schulischen und beruflichen Weg mit dem Ziel, soziale Teilhabe der jungen Menschen zu fördern. „Während der Pandemie ist viel der Struktur für sie weggebrochen: Schule und Deutschkurse, Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze sowie Freizeitangebote“ berichtet Gebhardt. „Wir haben unsere Anlaufstellen bestmöglich offengehalten und auch in den Zeiten des Lockdowns die Menschen auf ihrem Weg begleitet.“ Durch eine gute Vernetzung mit Schule, Ausbildungsbetrieben, Integrationskursen und der Jugendhilfe konnten und können Probleme jedoch zeitnah und effektiv angegangen werden.  Zudem vermitteln die Mitarbeitenden bei Bedarf auch an andere Diakonie-Einrichtungen wie die Sozialberatung oder beispielsweise bei Traumata an ambulante Hilfen für psychisch beeinträchtigte Menschen. In Zukunft möchten sie die Digitalisierung vorantreiben und mehr Gruppenangebote durchführen. Dafür seien aber zusätzliche Gelder nötig, betont Gebhardt.

 

In Völklingen verfolgt die Diakonie Saar mit dem Zusatzprojekt „JMD im Quartier“ das Ziel, das gemeinsame Miteinander von Jugendmigrationsdienst und Nachbarschaft zu stärken und das Wohnumfeld junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu verbessern. So werden strukturelle Veränderungsprozesse angestoßen sowie Zugangsbarrieren zu sozialen Diensten und zu Angeboten im Quartier identifiziert und abgebaut. „In der Einrichtung in der Poststraße haben wir ein Tausch- und Verschenkregal aufgebaut, während den Ferien organisieren wir gemeinsame Aktionen mit dem Mehrgenerationenhaus“, berichtet Ludwig Heil aus dem Projekt.

 

Teil der JMD ist auch das Programm „Respekt Coaches“, das sich an Schulen mit interkultureller und diskriminierungskritischer Arbeit gegen Rassismus und Ausgrenzung wirkt. Mit Angeboten für alle Klassenstufen fördern sie Respekt, Toleranz und den Abbau von Vorurteilen unter Schülerinnen und Schülern mit und ohne Einwanderungsgeschichte. Die gute Vernetzung unter den Diakonieeinrichtungen ist auch hier von Vorteil. „Schüler vermittle ich des Öfteren an die Jugendmigrationsdienste und deren Eltern finden Hilfe bei den Migrationsdiensten für Erwachsene“, erklärt Melanie Franz, Respekt Coach in Neunkirchen.

 

Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, gefördert vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI), unterstützen Menschen in ihrem Integrationsprozess. Sie vermitteln individuell in passende Sprachkursangebote, helfen bei der Sicherstellung der materiellen Existenzgrundlage, bei der Wohnungssuche, Kinderbetreuung oder auf dem Weg in Ausbildung und Beruf. „Wir möchten verlässlicher Ansprechpartner in der Einwanderungsgesellschaft vor Ort sein und den Ratsuchenden helfen, ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden“, so Jennifer Rauschkolb, Sozialarbeiterin in Neunkirchen.


Im Allerweltsgarten in Neunkirchen engagieren sich die Migrationsdienste für interkulturelles Zusammenleben. Fotos: Diakonie Saar/ Stein
Im Allerweltsgarten in Neunkirchen engagieren sich die Migrationsdienste für interkulturelles Zusammenleben. Fotos: Diakonie Saar/ Stein

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